25/10/2017

Flexibilität ist der Standard

Eine Reihe von Lösungen für die automatische Saalkonvertierung, darunter auch ein Tribünensystem mit gekrümmten Sitzreihen, kann auf das jeweils verfügbare Budget zugeschnitten werden.
Seit einigen Jahren suchen Bühnenarchitekten verstärkt nach Lösungen, um die Flexibilität und Nutzungsbreite von Auditorien, Stadthallen und Theatern zu verbessern. Dahinter stehen verschiedene Interessen und Zielsetzungen. Mehrere Nutzungsmöglichkeiten ein und derselben Lokalität können die Gesamtbetriebskosten senken, Vorlaufzeiten verkürzen und die künstlerische Bandbreite erweitern. Um diese Flexibilität für die Veranstaltungsstätten zu erreichen, sind die Geschwindigkeit, Sicherheit, Bedienbarkeit und Zuverlässigkeit der Saalkonvertierungssysteme entscheidend.

Qual der Wahl
SERAPID verfügt über große Erfahrung mit der flexiblen Konfiguration von Veranstaltungsstätten und hält dafür unter dem Namen „Quick Seat eXchange“ (QSX) eine eigene Produktpalette bereit. Als entwicklungsorientiertes Unternehmen betrachtet SERAPID jede einzelne Lokalität unter dem Aspekt der größtmöglichen Effizienz, mit der die Ziele des Betreibers erreicht werden können. Die erarbeiteten Lösungen berücksichtigen stets auch das verfügbare Budget und bieten einige Optionen.
Eines der Grundkonzepte für die Saalkonvertierung kombiniert unsere LinkLift-Systeme mit Bestuhlungswagen. Dieses System arbeitet effizient, erfordert aber relativ hohen Arbeitseinsatz und zudem eine Lagermöglichkeit für die Wagen, wenn sie gerade nicht gebraucht werden. Der Lagerraum muss normalerweise um etwa ein Viertel größer sein als der von den Wagen an sich eingenommene Raum. Eine weitere Einschränkung besteht darin, dass die Sitzreihenstaffelung fix ist. Allerdings kann das System mit jeder Art von Sitzen genutzt werden. Alternativ gibt es jedoch auch ein System, das mit freien Sitzen und Einzelliften arbeitet. Natürlich sind mehr Liftsysteme nötig als mit der Wagen-Lösung, dafür kann aber der Lagerraum kleiner ausfallen. Die Auswahl an Sitztypen ist allerdings begrenzt, und die Saalkonvertierung ziemlich arbeitsaufwendig.
Ein weiterer Ansatz verwendet Liftsysteme mit Reihen von klappbaren Sitz-Einheiten, die um 180° gedreht werden können. Im Lagerzustand bilden die Deckflächen der auf dem Kopf stehenden Einheiten den flachen Saalboden. Bei Bedarf werden die Sitzreihen umgedreht und in gestuften Rängen ausgefahren oder auf Bodenniveau gestellt. Dies kann voll- oder halbautomatisch geschehen, oder auch nur manuell. Der Automatisierungsgrad hängt ganz vom Budget ab. Der große Vorteil liegt aber in der Senktiefe. Können die Enden der Sitzreihen in Wandführungen laufen, sind Senktiefen von nur 750 mm möglich. Mit dieser Lösung in halbautomatischer Ausführung wurde das Dorfman-Theater in London ausgestattet. Die 140 Sitze können von einer Arbeitskraft in ca. 60 Minuten umkonfiguriert werden. Zudem besteht die Möglichkeit, einzelne Sitzeinheiten zu entfernen, um Schächte – inkl. Hebevorrichtung – für weitere Ausstattung wie z.B. Beleuchtung oder Mikrofonpulte zu erhalten. Die Liftplattform im Vorbühnenbereich, die die doppelte Tiefe der restlichen neun Sitzreihen aufweist, kann zusätzliche Bestuhlungswagen nach oben befördern. Diese werden an der Rückseite des Auditoriums aufgestellt, wenn der Raum nicht für Tontechnik benötigt wird. Die größte Einschränkung dieses Systems besteht darin, dass nur klappbare Sitze genutzt werden können.

Die Kurve kriegen
Ein Wunschziel der Saalkonvertierung ist seit jeher ein kompaktes, vollautomatisches und kostengünstiges System, das auch mit abgeschrägten und gekrümmten Sitzreihen arbeitet. Dieses kann SERAPID mit der neuesten Entwicklung seiner QSX-Reihe anbieten. Das patentierte System erlaubt ein Höchstmaß an Automatisierung und Flexibilität. Die Sitzreihen befinden sich direkt unterhalb des Bodens und können auf Knopfdruck ausgefahren werden. Dabei sind sowohl gerade als auch gekrümmte Reihen möglich.
Das System verwendet LinkLift-Systeme in Kombination mit Parallelogramm-Getrieben. Anders als bei Systemen, die die Sitze zur Speicherung auf den Kopf drehen, sind diese in aufrechter Position in einem Stahlgestänge montiert, das sich für beliebige Sitztypen eignet. So bestehen keine gestalterischen Einschränkungen.
Aus der flachen, bestuhlungslosen Konfiguration heraus wird zunächst jede zweite Sitzreihe von den jeweiligen LinkLift-Systemen aus dem Boden gehoben. Nun ist genügend Platz für die halbkreisförmige Bewegung, mit der die Parallelogramm-Getriebe die einzelnen Sitze nach oben auf die Grundfläche stellen. Nachdem die Reihen wieder auf Bodenniveau abgesenkt wurden, wiederholt sich das Ganze mit den verbliebenen Reihen. Am Ende können die Reihen in eine Stufenformation gehoben werden, wenn eine Ranganordnung gewünscht ist. Verschiedene Anordnungen können abgespeichert und wieder aufgerufen werden.
Das System behält seine Positioniergenauigkeit während seiner gesamten Laufzeit, sodass auch nach Hunderten von Zyklen keine Spalten auftreten. Die Senktiefe beträgt lediglich 1800 mm, darüber hinaus wird kein Raum zur Speicherung der Sitze benötigt.
Die Bodenflächen und Bewegungsmechanismen der Sitze sind so angelegt, dass auch eine verteilte Klimatisierung integriert werden kann. Zudem kann jeder einzelne Sitz mit Strom- und Datenleitungen verkabelt werden, etwa für Simultanübersetzungen am Platz oder elektronische Abstimmungen.

Mit der QSX-Reihe kann SERAPID auch anspruchsvolle Anforderungen in der automatischen Saalkonvertierung erfüllen. Flexibilität gilt dabei auch für die budgetgerechte Konfiguration der angestrebten Lösung.

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